Schnell zur Sache

Wähl aus, was dich wirklich interessiert – mit einem Klick bist du da.

Es gibt viele Situationen, in denen eine Internetadresse (Domain) und die eigentliche Website nicht beim selben Anbieter liegen.

Oft baut eine Agentur die neue Website auf ihrem eigenen Server, aber die Domain liegt weiterhin beim Kunden – und das ist auch gut so, denn aus Sicherheitsgründen möchte man die volle Kontrolle über die eigene Domain behalten. Ein anderer klassischer Fall: Die Domain wurde günstig bei einem reinen Domain-Anbieter gebucht, der Webspace für die Seite liegt aber bei einem spezialisierten Hosting-Anbieter.

Wichtig vorab: Dieser Prozess ist völlig unabhängig davon, welches System für die Website genutzt wird. Egal, ob die Seite mit WordPress, Contao, Webflow, Typo3 oder einem Baukasten erstellt wurde – die Verknüpfung zwischen der Internetadresse und dem Server funktioniert immer auf die gleiche Weise: über den sogenannten A-Record.

Das klingt im ersten Moment nach komplizierter Technik, ist aber in der Praxis ein simples Zusammenspiel aus zwei Aufgaben. Hier wird kurz und verständlich erklärt, wer welchen Schritt tun muss.

1. Worum geht es eigentlich?

Das Internet lässt sich gut mit einer großen Stadt vergleichen:

  • Der Server: Das ist das Grundstück, auf dem die Website gebaut ist. Um dieses Grundstück zu finden, braucht man genaue Koordinaten. Im Internet ist das die IP-Adresse (eine Zahlenreihe wie z. B. 85.13.123.456).
  • Die Domain: Das ist das Namensschild an der Tür oder der Straßenname (z. B. eigene-firma.de). Weil sich niemand lange Zahlenreihen merken will, tippt man einfach den Namen ein.
  • Das DNS (Domain Name System): Das ist quasi das Telefonbuch des Internets.

Was ist nun dieser A-Record?
Der A-Record (Address Record) ist einfach nur der genaue Eintrag in diesem digitalen Telefonbuch. Er sagt: „Wer die Domain ‚eigene-firma.de‘ eintippt, soll bitte zur IP-Adresse ‚85.13.123.456‘ geschickt werden.“

2. Wer macht was? Die Aufgabenverteilung

Aufgabe des Kunden (Domaininhabers): Vorbereitung & A-Record setzen

Damit die Domain weiß, wo die neue Website liegt, muss der Inhaber der Domain dem Internet-Telefonbuch die neue „Telefonnummer“ (die Server-IP) mitteilen.

Das wird benötigt:

  1. Die Zugangsdaten: Das Login für das Kundenkonto bei dem Anbieter, bei dem die Domain registriert ist (z.B. Strato, IONOS, united-domains).
  2. Die Server-IP-Adresse: Die Zahlenreihe des neuen Servers (diese wird von der Agentur oder dem Hosting-Anbieter mitgeteilt).

So funktioniert die Umsetzung beim Domain-Anbieter:

Die Menüs sehen überall ein bisschen anders aus, das Prinzip ist aber identisch:

  • Schritt 1: Domainverwaltung finden. Im Kundenkonto nach Domains, Domainverwaltung oder Paketen suchen.
  • Schritt 2: DNS-Einstellungen öffnen. Die betreffende Domain auswählen (oft über ein Zahnrad-Symbol oder „Verwalten“) und nach DNS, DNS-Einstellungen oder Zonen-Editor suchen.
  • Schritt 3: A-Record anpassen. In der angezeigten Tabelle den Eintrag mit dem Typ A (oder IPv4-Adresse) suchen. Beim Bearbeiten dieses Eintrags muss im Feld Wert, Ziel oder IP-Adresse die alte Zahlenreihe gelöscht und die neue Server-IP-Adresse eingetragen werden. Speichern.

Wichtiger Tipp für die Praxis:
Oft gibt es zwei A-Records in der Liste. Einen für die normale Domain (eigene-firma.de) und einen für die Variante mit „www“ davor (www.eigene-firma.de). Es ist wichtig, bei beiden Einträgen die IP-Adresse zu ändern!

Aufgabe der Agentur: Server-Zuweisung & SSL-Zertifikat

Wenn der A-Record gesetzt ist, leitet die Domain die Besucher erfolgreich zum richtigen Server. Der Server muss die Besucher nun aber auch empfangen. Diese technischen Schritte im Hintergrund übernimmt die Agentur bzw. der Webhosting-Anbieter:

  • Domain aufschalten (Routing): Ein Server ist wie ein großes Mehrfamilienhaus mit vielen Websites. Die Agentur muss dem Server mitteilen: „Wenn jemand nach eigene-firma.de fragt, zeige ihm bitte genau diesen einen Website-Ordner.“ Ohne diese Zuweisung würde der Server eine Fehlerseite anzeigen.
  • SSL-Zertifikat erstellen (HTTPS): Jede moderne Website muss verschlüsselt sein (erkennbar am Schloss-Symbol). Wichtig: Dieses Zertifikat kann die Agentur erst dann final auf dem Server erstellen, nachdem der Kunde den A-Record erfolgreich gesetzt hat. Die ausstellende Sicherheitsbehörde prüft nämlich vollautomatisch, ob die Domain auch wirklich auf diesen Server zeigt.

3. Warum es zwischen 2 und 24 Stunden dauert

Wenn der A-Record gespeichert und der Server eingerichtet ist, taucht die neue Website trotzdem oft nicht sofort auf. Es dauert in der Regel zwischen 2 und 24 Stunden, bis die Umstellung weltweit greift.

Warum ist das so?
Internetanbieter (wie die Telekom, Vodafone oder O2) schauen nicht bei jedem einzelnen Klick ins weltweite Internet-Telefonbuch. Stattdessen speichern sie das Telefonbuch in einem lokalen Zwischenspeicher (dem sogenannten Cache). Diese Anbieter aktualisieren ihren Zwischenspeicher nur alle paar Stunden. Solange ein Anbieter noch das alte „Telefonbuch“ nutzt, leitet er Besucher noch auf den alten Server.

Es ist also völlig normal, wenn am Anfang auf dem Smartphone die neue Seite zu sehen ist, am Rechner im Büro aber noch die alte Seite (oder eine Fehlermeldung) auftaucht.

Link-Tipp: Den Fortschritt live verfolgen
Wer nicht blind warten möchte, kann kostenlose Tools wie dnschecker.org nutzen. Dort tippt man einfach seine Domain ein und wählt den Typ „A“ aus. Eine Weltkarte zeigt dann live, auf welchen Kontinenten und bei welchen Anbietern die neue Server-IP bereits „angekommen“ ist.

4. Kleines DNS-Lexikon: Die häufigsten Fragen

Wer die DNS-Einstellungen bei seinem Anbieter öffnet, sieht oft eine lange Liste kryptischer Begriffe. Um hier etwas Licht ins Dunkel zu bringen, sind hier die Antworten auf die häufigsten Fragen:

Ist ein DNS-Record das Gleiche wie ein A-Record?
Nein. „DNS-Record“ ist lediglich der Überbegriff (wie „Fahrzeug“). Der „A-Record“ ist ein spezieller Typ davon (wie „Auto“). Es gibt noch viele andere DNS-Typen für verschiedene Aufgaben.

Welche DNS-Typen gibt es meistens?
Die vier wichtigsten Typen, die einem in fast jeder Domainverwaltung begegnen, sind: A-Record, CNAME, MX-Record und TXT-Record.

Was ist der Unterschied zwischen A-Record und CNAME?

  • Ein A-Record verweist immer auf eine reine Zahlenreihe (die IP-Adresse eines Servers).
  • Ein CNAME (Canonical Name) verweist hingegen auf einen Namen (eine andere Domain). Man kann sich das wie eine Weiterleitung im Telefonbuch vorstellen: „Wenn du ’shop.eigene-firma.de‘ suchst, schau bitte unter der Adresse ‚eigene-firma.de‘ nach.“

Was ist ein MX-Record im DNS? (Und wo trägt man ihn ein?)
MX steht für „Mail Exchange“. Dieser Eintrag ist ausschließlich für E-Mails zuständig. Er sagt dem Internet: „Wenn jemand eine E-Mail an info@eigene-firma.de schickt, liefere sie bitte an diesen speziellen Mailserver aus.“ MX-Records werden im exakt gleichen DNS-Menü eingetragen wie die A-Records, man wählt als Typ lediglich „MX“ statt „A“.

Was sind TXT- und SPF-Records?
Ein TXT-Record ist ein Text-Eintrag. Er wird oft genutzt, um zu beweisen, dass einem eine Domain wirklich gehört (z.B. wenn man sie mit Google-Diensten verknüpfen will). Ein SPF-Record (Sender Policy Framework) ist eine spezielle Art von TXT-Eintrag. Er listet auf, welche Server berechtigt sind, im Namen der Domain E-Mails zu versenden. Das ist heutzutage extrem wichtig für den Spam-Schutz, damit die eigenen E-Mails nicht bei anderen im Junk-Ordner landen.