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Was ist eigentlich ein CMS?

· Webdesign · 17 Min. Lesezeit

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Was ist eigentlich ein CMS?

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Du möchtest eine Website erstellen, ohne eine Zeile Code zu schreiben? Inhalte ändern, neue Seiten anlegen oder Bilder austauschen – am besten mit ein paar Klicks? Genau dafür gibt es sogenannte Content-Management-Systeme, kurz: CMS. Doch was bedeutet CMS eigentlich genau – und warum sind diese Systeme so wichtig für moderne Webseiten? Ein CMS ist im Kern eine Software, mit der sich digitale Inhalte verwalten lassen, ohne dass man dafür ein Informatikstudium braucht. Das Wort Content steht dabei für alle Inhalte auf einer Website – Texte, Bilder, Videos oder Downloads. Das Management beschreibt die Steuerung dieser Inhalte, also das Erstellen, Bearbeiten, Organisieren und Veröffentlichen. Und „System“? Ganz einfach: Es geht um eine zentrale Plattform, die diese Aufgaben strukturiert möglich macht. Die CMS Bedeutung liegt also darin, dass Menschen Webseiten pflegen können, ohne selbst zu programmieren. Redakteurinnen und Redakteure, Unternehmen oder Selbstständige bekommen mit einem CMS ein Werkzeug an die Hand, mit dem sie unabhängig und flexibel arbeiten können. Die kurze Antwort für Eilige: Ein CMS – umgangssprachlich oft auch „CMS-System” genannt – ist eine Software, mit der du die Inhalte deiner Website ohne Programmierkenntnisse erstellst, bearbeitest und veröffentlichst.

Doch nicht jedes System, das sich CMS nennt, ist auch wirklich eines – und hinter bekannten Namen wie WordPress, TYPO3 oder Webflow verbergen sich ganz unterschiedliche Ansätze. In diesem Beitrag werfen wir einen genaueren Blick darauf:

  • Was macht ein Content-Management-System wirklich aus?
  • Welche CMS gibt es – und wie unterscheiden sie sich?
  • Und wo hört ein CMS auf und fängt ein Baukastensystem an?

Wie funktioniert ein CMS?

Ein Content-Management-System ist mehr als nur eine Software – es ist eine Art Steuerzentrale für deine Website. Während Besucherinnen und Besucher nur das sehen, was im Frontend angezeigt wird (also das Design und die Inhalte), arbeitet man im sogenannten Backend. Dort werden Texte geschrieben, Bilder hochgeladen oder neue Seiten angelegt – ganz ohne Programmierkenntnisse. Ein typisches CMS trennt also das, was die Nutzenden sehen (Frontend), von dem, was im Hintergrund bearbeitet wird (Backend). Diese Trennung macht es möglich, Design und Inhalte unabhängig voneinander zu verwalten. Die Gestaltung einer Website erfolgt meist über sogenannte Themes oder Templates. Das sind Design-Vorlagen, die festlegen, wie Inhalte optisch dargestellt werden – zum Beispiel Schriftarten, Farben oder Anordnung von Bildern und Texten. Die Funktionalität eines CMS kann mit Plugins oder Erweiterungen ausgebaut werden. So lassen sich zum Beispiel Kontaktformulare, Newsletter-Systeme oder Online-Shops ergänzen, ohne den Kern des Systems zu verändern. Der typische Ablauf in einem CMS sieht so aus:

  • Im Backend wird ein neuer Inhalt – etwa ein Blogbeitrag – erstellt.
  • Der Beitrag wird mit einem WYSIWYG-Editor (What You See Is What You Get) formatiert.
  • Optional wird er einer Kategorie zugewiesen oder mit Schlagwörtern (Tags) versehen.
  • Nach dem Speichern erscheint der Inhalt automatisch im Frontend der Website – genau dort, wo er hingehört.

So ermöglicht ein CMS die einfache und strukturierte Pflege von Webseiten – auch im Team, mit unterschiedlichen Rechten und Rollen.

Unterschiedliche Arten von CMS

Nicht jedes Content-Management-System funktioniert gleich. Es gibt unterschiedliche Typen von CMS, die sich in ihrer Technik, ihrer Lizenz und ihrem Betrieb stark unterscheiden. Ein zentraler Unterschied liegt in der Frage: Open Source oder proprietär?

Open Source CMS

Ein Open Source CMS ist frei verfügbar und kann von jeder Person genutzt, verändert und erweitert werden. Der Quellcode ist offen einsehbar, was große Vorteile für Entwicklerinnen und Entwickler bietet. Beispiele sind WordPress, TYPO3 oder Contao. Vorteile von Open Source Systemen:

  • Keine Lizenzkosten
  • Große Community mit kostenlosen Erweiterungen
  • Hohe Flexibilität und Anpassbarkeit

Gleichzeitig bedeutet Open Source aber auch: mehr Verantwortung. Sicherheitsupdates und Backups müssen selbst organisiert werden – oder an Dienstleister ausgelagert werden.

Proprietäre CMS

Bei einem proprietären CMS handelt es sich um ein geschlossenes System, das von einem Unternehmen entwickelt und kontrolliert wird. Nutzerinnen und Nutzer bezahlen in der Regel für die Nutzung, entweder durch eine monatliche Gebühr oder Lizenzkosten. Beispiele sind Webflow, Squarespace, Wix oder Shopify. Diese Systeme bieten oft besonders einfache Bedienung, aber auch weniger technische Freiheit. Vorteile proprietärer Systeme:

  • Wartung, Sicherheit und Updates sind inklusive
  • Intuitive Benutzeroberflächen
  • Oft inklusive Hosting und Support

Der Nachteil: Wenig Kontrolle über die Technik und kaum Möglichkeiten, individuelle Funktionen umzusetzen.

Self-Hosted vs. Cloud-basiert

Ein weiterer wichtiger Unterschied ist, ob ein CMS selbst gehostet wird oder in der Cloud läuft. Bei einem Self-Hosted CMS installierst du das System selbst – z. B. auf einem Webserver oder einem Hosting-Paket (was Hosting genau ist, erkläre ich dir in meinem Beitrag Hosting erklärt). Du bist für alles verantwortlich: Installation, Updates, Datensicherung und Sicherheit. WordPress ist ein typisches Beispiel für ein self-hosted CMS. Ein Cloud-basiertes CMS läuft hingegen komplett auf den Servern des Anbieters. Du musst dich um nichts Technisches kümmern – ähnlich wie bei einem Streamingdienst, der einfach funktioniert. Bekannte Beispiele: Wix, Shopify oder Webflow. Die Wahl zwischen Self-Hosted und Cloud hängt stark von deinen technischen Kenntnissen, deinem Budget und deiner gewünschten Kontrolle über das System ab.

Klassisch, Headless oder Hybrid?

Seit einigen Jahren gibt es neben dem klassischen Aufbau eine dritte Unterscheidung, die du kennen solltest. Ein klassisches CMS liefert beides aus einer Hand: das Backend zum Pflegen der Inhalte und das Frontend, also die fertige Website. Ein Headless CMS trennt das radikal – es verwaltet nur noch die Inhalte und stellt sie über eine Schnittstelle (API) bereit. Wie und wo diese Inhalte angezeigt werden, entscheidet ein separat gebautes Frontend: die Website, eine App, ein Infodisplay im Laden – alles aus derselben Quelle. Bekannte Vertreter sind Storyblok, Strapi oder Contentful.

Der Vorteil liegt in der Freiheit: mehrere Ausgabekanäle, freie Technikwahl im Frontend, oft sehr schnelle Seiten. Der Preis dafür: Ohne Entwicklerteam geht bei Headless nichts – es gibt kein fertiges Frontend, keine Themes, keinen Seiteneditor im klassischen Sinn. Viele etablierte Systeme fahren deshalb inzwischen einen Hybrid-Kurs: WordPress, TYPO3 oder Drupal können ihre Inhalte zusätzlich über Schnittstellen bereitstellen und lassen dir beide Wege offen.

Für die allermeisten kleinen und mittleren Unternehmen ist meine Einordnung klar: Ein klassisches oder hybrides CMS reicht völlig. Headless spielt seine Stärken erst aus, wenn du Inhalte wirklich auf mehreren Kanälen ausspielst – und ein Team hast, das die Technik dahinter beherrscht.

Beispiele für bekannte CMS – und was sie ausmacht

Es gibt eine Vielzahl an Content-Management-Systemen, die sich in Herkunft, Technik, Lizenzmodell und Zielgruppe unterscheiden. Damit du dir einen Überblick verschaffen kannst, habe ich einige der bekanntesten CMS zusammengestellt – von etablierten Open-Source-Systemen bis hin zu modernen Website-Baukästen, die sich ebenfalls als CMS bezeichnen. Für den schnellen Vergleich zuerst die Übersicht, danach die ausführlichen Steckbriefe:

SystemTypKosten (Einstieg)Anteil am CMS-Markt*Geeignet für
WordPressOpen Source, self-hostedkostenlos + Hosting59,3 %Blogs bis Unternehmensseiten
Shopifyproprietär, Cloudab ca. 39 $/Monat7,5 %Onlineshops ohne Technikaufwand
Wixproprietär, CloudFreemium4,3 %Einsteiger, kleine Seiten
Squarespaceproprietär, Cloudab ca. 16 $/Monat3,5 %Kreative, Portfolios
Joomla!Open Sourcekostenlos + Hosting1,7 %mittlere bis größere Websites
Webflowproprietär, CloudFreemium1,2 %Designprofis
DrupalOpen Sourcekostenlos + Hosting1,0 %Behörden, große Organisationen
TYPO3Open Sourcekostenlos + Hosting0,5 % (in DE deutlich mehr)Enterprise, Mehrsprachigkeit
ContaoOpen Sourcekostenlos + HostingNische, stark im DACH-Raumstrukturierte Firmenwebsites
Magentoteils Open Sourcekostenlos bis EnterpriseNische (E-Commerce)größere Onlineshops
HubSpot CMSproprietär, CloudFreemiumunter 0,5 %Marketing- und CRM-getriebene Seiten

*Quelle: W3Techs, Stand Juni 2026. Zum Vergleich: Rund 71 % aller Websites weltweit setzen inzwischen ein CMS ein.

WordPress

WordPress ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Content-Management-System. Es eignet sich sowohl für kleine Blogs als auch für komplexe Unternehmenswebsites.

  • Entwickler: WordPress Foundation / Automattic
  • Offizielle Website: de.wordpress.org
  • Erstveröffentlichung: 2003
  • Open Source: Ja (GPL)
  • Kosten: Kostenlos (Self-Hosting)
  • Aktuelle Version (Stand Juli 2026): 6.9.4 (März 2026)
  • Nutzerbasis: Rund 42 % aller Websites bzw. 59,3 % des CMS-Markts (W3Techs, Juni 2026) – zuletzt erstmals in der WordPress-Geschichte leicht rückläufig
  • Besondere Merkmale: Riesiges Plugin-Ökosystem, einfache Bedienung, sehr vielseitig

Joomla!

Joomla! ist ein flexibles Open-Source-CMS mit vielen Funktionen direkt ab Werk. Es bietet gute Mehrsprachigkeit und eignet sich für mittlere bis größere Websites.

  • Entwickler: Open Source Matters
  • Offizielle Website: joomla.org
  • Erstveröffentlichung: 2005
  • Open Source: Ja (GPL)
  • Kosten: Kostenlos
  • Aktuelle Version (Stand Juli 2026): 6.1 (April 2026)
  • Nutzerbasis: 1,7 % des CMS-Markts (W3Techs, Juni 2026)
  • Besondere Merkmale: Mehrsprachigkeit integriert, viele Funktionen ohne Erweiterungen

Drupal

Drupal ist ein hoch flexibles CMS für komplexe, stark individualisierte Websites. Besonders geeignet für Behörden, Universitäten und große Organisationen.

  • Entwickler: Drupal Association
  • Offizielle Website: drupal.org
  • Erstveröffentlichung: 2001
  • Open Source: Ja (GPL)
  • Kosten: Kostenlos
  • Aktuelle Version (Stand Juli 2026): 11.2
  • Nutzerbasis: 1,0 % des CMS-Markts (W3Techs, Juni 2026)
  • Besondere Merkmale: Sehr flexibel, hohe Sicherheit, feingranulares Rechtemanagement

Contao

Contao ist ein deutsches Open-Source-CMS, das für Barrierefreiheit, strukturierte Inhalte und hohe Sicherheit bekannt ist. Es eignet sich besonders für professionelle, nachhaltige Websites im Mittelstand und im öffentlichen Sektor.

  • Entwickler: Contao Association (ursprünglich Leo Feyer)
  • Offizielle Website: contao.org
  • Erstveröffentlichung: 2006 (als TYPOlight)
  • Open Source: Ja (LGPL)
  • Kosten: Kostenlos (Self-Hosting, kostenpflichtige Erweiterungen möglich)
  • Aktuelle Version (Stand Juli 2026): 5.7 LTS (Februar 2026, Support bis Februar 2030; parallel wird die 5.3 LTS noch bis Februar 2028 gepflegt)
  • Nutzerbasis: Rund 100.000 aktive Installationen (Schätzung), stark im deutschsprachigen Raum
  • Besondere Merkmale: Barrierefreiheit, Versionsverwaltung, klar strukturiertes Backend, stark im deutschsprachigen Raum verbreitet

TYPO3

TYPO3 ist ein professionelles Enterprise-CMS aus Europa mit Fokus auf Sicherheit, Mehrsprachigkeit und langfristige Wartung (LTS-Versionen).

  • Entwickler: TYPO3 Association
  • Offizielle Website: typo3.org
  • Erstveröffentlichung: 1998
  • Open Source: Ja (GPL)
  • Kosten: Kostenlos
  • Aktuelle Version (Stand Juli 2026): 14 LTS (April 2026)
  • Nutzerbasis: 0,5 % des CMS-Markts weltweit (W3Techs, Juni 2026) – im deutschsprachigen Raum ein Vielfaches davon
  • Besondere Merkmale: Multisite, Multilanguage, sehr robust und skalierbar

Magento (Adobe Commerce)

Magento ist ein leistungsfähiges CMS mit integriertem E-Commerce. Es richtet sich an mittlere bis große Onlineshops mit individuellem Funktionsbedarf.

  • Entwickler: Adobe Inc.
  • Offizielle Website: adobe.com (Magento)
  • Erstveröffentlichung: 2008
  • Open Source: Teils (Open Source Edition)
  • Kosten: Open Source Edition kostenlos, Enterprise-Version ab 22.000 $/Jahr
  • Aktuelle Version (Stand Juli 2026): 2.4.9 (Mai 2026)
  • Nutzerbasis: Rund 130.000 aktive Shops
  • Besondere Merkmale: Umfangreiche Shopfunktionen, hohe Skalierbarkeit, Entwicklerkenntnisse nötig

Shopify

Shopify ist eine gehostete Plattform speziell für Onlineshops. Es richtet sich an Unternehmen, die ohne große technische Hürden online verkaufen möchten.

  • Entwickler: Shopify Inc.
  • Offizielle Website: shopify.com
  • Erstveröffentlichung: 2006
  • Open Source: Nein
  • Kosten: Ab ca. 39 $/Monat
  • Aktuelle Version (Stand Juli 2026): Cloud-Service (kontinuierlich aktualisiert)
  • Nutzerbasis: 7,5 % des CMS-Markts (W3Techs, Juni 2026)
  • Besondere Merkmale: All-in-One-Shopsystem, einfache Einrichtung, begrenzte Individualisierung

Wix

Wix ist ein Baukasten-CMS mit starker Nutzerfreundlichkeit. Es eignet sich ideal für Einsteiger, kleine Unternehmen und Portfolio-Seiten.

  • Entwickler: Wix.com, Inc.
  • Offizielle Website: wix.com
  • Erstveröffentlichung: 2007
  • Open Source: Nein
  • Kosten: Freemium (Premium ab ~16 €/Monat)
  • Aktuelle Version (Stand Juli 2026): Cloud-Service
  • Nutzerbasis: 4,3 % des CMS-Markts (W3Techs, Juni 2026) – neben Shopify und Squarespace einer der Gewinner der letzten Jahre, während klassische Open-Source-Systeme Anteile abgeben
  • Besondere Merkmale: Drag-and-Drop-Editor, viele Vorlagen, einfache Bedienung

Squarespace

Squarespace ist bekannt für seine modernen und designorientierten Vorlagen. Es eignet sich besonders für Kreative, Designerinnen und kleinere Shops.

  • Entwickler: Squarespace, Inc.
  • Offizielle Website: squarespace.com
  • Erstveröffentlichung: 2003
  • Open Source: Nein
  • Kosten: Ab ca. 16 $/Monat
  • Aktuelle Version (Stand Juli 2026): Cloud-Service
  • Nutzerbasis: 3,5 % des CMS-Markts (W3Techs, Juni 2026)
  • Besondere Merkmale: Hochwertige Designs, All-in-One, integriert E-Commerce

Webflow

Webflow kombiniert CMS, No-Code und Design-Plattform in einem. Es richtet sich an professionelle Designerinnen und Designer mit hohem Gestaltungsanspruch.

  • Entwickler: Webflow, Inc.
  • Offizielle Website: webflow.com
  • Erstveröffentlichung: 2013
  • Open Source: Nein
  • Kosten: Freemium (CMS ab ~16 $/Monat)
  • Aktuelle Version (Stand Juli 2026): Cloud-Service
  • Nutzerbasis: 1,2 % des CMS-Markts (W3Techs, Juni 2026)
  • Besondere Merkmale: Visueller Editor, animierbare Layouts, perfektes Responsive Design

HubSpot CMS

HubSpot CMS ist eng verzahnt mit dem HubSpot-Marketing- und CRM-System. Es eignet sich ideal für personalisierte, datengestützte Unternehmenswebsites.

  • Entwickler: HubSpot, Inc.
  • Offizielle Website: hubspot.de
  • Erstveröffentlichung: 2013 (CMS Hub seit 2020)
  • Open Source: Nein
  • Kosten: Freemium (Pro ab ~25 $/Monat)
  • Aktuelle Version (Stand Juli 2026): Cloud-Service
  • Nutzerbasis: Unter 0,5 % des CMS-Markts – Nische mit klarem CRM-Fokus
  • Besondere Merkmale: CRM-Integration, SEO-Tools, A/B-Tests, voll gehostet

CMS vs. Website-Baukasten – wo ist der Unterschied?

Viele Dienste werben damit, ein CMS zu sein – obwohl sie eigentlich Website-Baukästen sind. Doch was unterscheidet ein echtes Content-Management-System von einem Baukastensystem? Die CMS Bedeutung liegt in der strukturierten Verwaltung und flexiblen Erweiterbarkeit von Inhalten – bei Baukästen stehen hingegen Einfachheit und Schnelligkeit im Vordergrund. Ein klassisches CMS wie WordPress, TYPO3 oder Drupal ist meist modular aufgebaut. Es lässt sich mit Plugins, Themes und individuellen Funktionen beliebig erweitern – und erlaubt dir, den Quellcode bei Bedarf komplett anzupassen. Du kannst das Design unabhängig vom Inhalt verändern, mehrere Benutzerrollen vergeben oder verschiedene Sprachen integrieren. Ein Website-Baukasten (z. B. Wix, Squarespace oder IONOS) funktioniert dagegen nach dem Prinzip „Was du siehst, ist was du bekommst“: Du ziehst Elemente per Drag-and-Drop an die gewünschte Stelle, klickst auf Textfelder und ersetzt sie direkt. Das ist besonders für Einsteigerinnen und Einsteiger attraktiv – hat aber auch klare Grenzen. Hier ein Überblick über die wichtigsten Unterschiede:

  • Flexibilität: CMS bieten nahezu unbegrenzte Möglichkeiten durch Plugins, eigene Programmierung und individuelle Designs. Baukästen sind stärker vorgegeben.
  • Technisches Know-how: Für ein CMS brauchst du mehr Einarbeitung – ein Baukasten funktioniert meist sofort und ohne Vorkenntnisse.
  • Kosten: Open-Source-CMS sind kostenlos, aber erfordern Hosting und Wartung. Baukästen kosten monatlich, beinhalten aber meist alles (Hosting, Support, Updates).
  • Zielgruppe: CMS richten sich an Unternehmen, Agenturen oder technisch versierte Nutzerinnen und Nutzer. Baukästen zielen auf Selbstständige, kleinere Betriebe oder Privatpersonen.
  • Zukunftssicherheit: Mit einem CMS behältst du die volle Kontrolle – bei Baukästen bist du an den Anbieter gebunden.

Wichtig zu wissen: Einige moderne Systeme wie Webflow oder Shopify verbinden Elemente beider Welten. Sie bieten eine einfache Bedienung wie ein Baukasten, verfügen aber auch über CMS-ähnliche Funktionen zur Inhaltsverwaltung. Hier lohnt sich ein genauer Blick, wenn du das Beste aus beiden Welten suchst.

Kurz zusammengefasst: CMS oder Baukasten?

  • Ein CMS ist wie ein Werkzeugkasten: Du hast viele Teile, musst aber wissen, wie du sie zusammensetzt.
  • Ein Website-Baukasten ist wie ein Möbelstück mit Aufbauanleitung: Schnell fertig, aber weniger anpassbar.
  • CMS = mehr Freiheit, aber auch mehr Verantwortung.
  • Baukasten = weniger Aufwand, aber auch weniger Kontrolle.

Es geht auch ohne CMS

Zur vollständigen Antwort auf die Frage „Was ist ein CMS?” gehört auch die ehrliche Gegenfrage: Braucht überhaupt jede Website eines? Die Antwort ist nein. Wenn Inhalte sich selten ändern oder die Pflege ohnehin bei einem Dienstleister liegt, kann eine statisch erzeugte Website die bessere Wahl sein: Dabei wird die Seite einmal fertig „gebaut” und dann als schlanke, fertige Dateien ausgeliefert – ohne System, das bei jedem Besucher mitläuft. Das macht sie von Haus aus schnell, praktisch unhackbar und wartungsfrei.

Genau so entsteht übrigens auch die Seite, auf der du diesen Beitrag gerade liest. Wie dieser Weg funktioniert und für wen er sich rechnet, habe ich ausführlich aufgeschrieben: So baue ich heute Webseiten – mein Workflow mit Astro, Hetzner und zwei KIs. Die Kurzfassung: Das richtige Werkzeug hängt davon ab, wer die Inhalte pflegt – dein Team im Backend oder jemand wie ich im Code.

Wann brauche ich welches System?

Ob du ein klassisches Content-Management-System oder einen Website-Baukasten nutzen solltest, hängt von deinen Zielen, deiner Zeit, deinem Budget – und deinem technischen Hintergrund ab. Es gibt keine pauschale Antwort, aber typische Szenarien helfen bei der Einordnung. Und die wichtigste Frage kommt ohnehin vor der Systemwahl: Was soll deine Webseite überhaupt erreichen?

Ein CMS ist die richtige Wahl, wenn …

  • … du langfristig planst: Du willst eine Website, die mit deinem Unternehmen oder Projekt mitwächst – und die du bei Bedarf erweitern kannst.
  • … du Inhalte regelmäßig änderst: Zum Beispiel durch Blogbeiträge, News oder wechselnde Angebote.
  • … mehrere Personen an der Seite arbeiten: Redaktion, Übersetzung, SEO – all das lässt sich im CMS gut strukturieren.
  • … du individuelle Anforderungen hast: Etwa Schnittstellen, eigene Designs oder besondere Funktionen.

Ein Website-Baukasten ist die bessere Wahl, wenn …

  • … du schnell online gehen willst: Etwa für ein zeitlich befristetes Projekt oder eine private Seite.
  • … du keine technischen Kenntnisse hast – und diese auch nicht aufbauen möchtest.
  • … du kein eigenes Hosting willst: Hosting, Domain und Updates sollen vom Anbieter übernommen werden.
  • … du mit Einschränkungen leben kannst: Weniger Freiheit beim Design und bei Funktionen ist für dich okay.

Häufige Fragen zum CMS

Was ist ein CMS-System?

„CMS-System” ist die umgangssprachliche Bezeichnung für ein Content-Management-System – das „System” steckt also streng genommen schon in der Abkürzung. Gemeint ist dasselbe: eine Software, mit der du Website-Inhalte ohne Programmierkenntnisse erstellst, bearbeitest und veröffentlichst.

Ist WordPress ein CMS?

Ja – WordPress ist das meistgenutzte CMS der Welt und deckt vom Blog bis zur Unternehmensseite fast jeden Anwendungsfall ab. Es ist Open Source, kostenlos und wird selbst gehostet; die laufenden Kosten entstehen durch Hosting, Pflege und gegebenenfalls kostenpflichtige Erweiterungen.

Welches CMS eignet sich für kleine Unternehmen?

Meine ehrliche Beraterantwort: Es hängt davon ab, wer die Inhalte pflegt und was die Seite leisten soll. WordPress ist die sichere Wahl, wenn du selbst regelmäßig Inhalte einpflegen willst und auf das größte Ökosystem setzt. Contao empfehle ich, wenn Struktur, Barrierefreiheit und Langlebigkeit im Vordergrund stehen – gerade im deutschsprachigen Raum. Ein Baukasten wie Wix reicht, wenn Budget und Ansprüche klein sind und du schnell online sein willst. Und manchmal ist die Antwort keins davon – siehe den Abschnitt „Es geht auch ohne CMS”.

Was kostet ein CMS?

Die Software selbst ist bei Open-Source-Systemen kostenlos. Real kalkulieren musst du drei Posten: Hosting (ab wenigen Euro im Monat), die einmalige professionelle Einrichtung beziehungsweise Gestaltung und die laufende Pflege (Updates, Sicherheit, Backups). Cloud-Baukästen drehen das Modell um: monatliche Gebühr ab etwa 16 Euro, dafür ist Technik inklusive – die Gestaltungsarbeit bleibt trotzdem bei dir.

Ist Wix ein echtes CMS?

Wix ist im Kern ein Website-Baukasten mit CMS-Funktionen: Inhalte verwalten kannst du damit, aber du bist an den Anbieter, seine Vorlagen und seine Technik gebunden. Für den schnellen Start ist das völlig legitim – die Grenzen spürst du erst, wenn individuelle Anforderungen dazukommen.

Brauche ich für meine Website überhaupt ein CMS?

Nicht zwingend. Ein CMS lohnt sich, wenn du oder dein Team Inhalte regelmäßig selbst pflegen. Ändert sich wenig oder liegt die Pflege bei einem Dienstleister, kann eine statisch erzeugte Website die schnellere und wartungsärmere Lösung sein – mehr dazu im Abschnitt „Es geht auch ohne CMS” weiter oben.

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Manuel von Heugel

Manuel von Heugel

Geschäftsführer, von Heugel Marketing GmbH

Seit über 20 Jahren im Marketing zu Hause: als Berater, Ausbilder, Dozent, Grafiker und Programmierer. Hier schreibe ich über das, was Marketing wirklich erfolgreich macht – konkret, fundiert und ohne Umschweife.

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