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Von den Anfängen mit SEO bis heute
Bereits seit 2013 beschäftige ich mich mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung. In meiner damaligen Agentur, den Webmarketieren, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, Webseiten zu erstellen, die auch gefunden werden. Klingt einfach – war es aber nicht. Schon damals war der Ansatz, einfach nur Webseiten zu bauen, ohne das riesige Potenzial von Google mitzudenken, nicht mehr zeitgemäß.
Wir haben daher Webseiten so positioniert, dass beispielsweise ein Elektriker über Suchbegriffe wie „Elektriker Oldenburg“ oder „Elektriker in der Nähe“ gefunden wird – also alles, was ein hohes Suchvolumen bei gleichzeitig geringer Konkurrenz versprach.
Der Einfluss von KI auf mein Suchverhalten
Seit gut drei Jahren beschäftige ich mich intensiv mit KI, insbesondere mit ChatGPT von OpenAI, das aktuell in der Version GPT-5 vorliegt. Spätestens seit der vorletzten Version hat sich mein Suchverhalten so verändert, dass ich Google – lange meine Hauptsuchmaschine – nahezu gar nicht mehr nutze.
Das war anfangs kein geplanter Schritt, sondern hat sich schleichend entwickelt. Früher habe ich für Recherchen, zum Beispiel für einen Blogbeitrag, ein bestimmtes Thema gegoogelt. Heute lasse ich solche Recherchen direkt von ChatGPT übernehmen – und das Tool entscheidet selbst, welche Quellen es einbezieht.
Meine letzten Fragen an ChatGPT – und ich sage bewusst „fragen“ und nicht „suchen“ – waren zum Beispiel: „Wie lange entdüngt man Olivenbäume?“ und „Welche Farbe hat nochmal der Nullleiter?“ Noch vor zwei, drei Jahren wären das typische Google-Suchanfragen gewesen. Heute beantworte ich sie über ChatGPT – vor allem aus einem Grund: Effektivität.
Bei Google müsste ich vermutlich auf eines der ersten Suchergebnisse klicken, ein Cookie-Banner wegklicken, zur relevanten Stelle scrollen – und hätte im schlimmsten Fall doch keine passende Antwort. ChatGPT liefert mir die Information in wenigen Sekunden, oft ergänzt durch leicht verständliche Zusatzinfos. So erhalte ich maximalen Mehrwert bei minimalem Zeitaufwand.
Die Trägheit der Masse
Jetzt könnte man sich fragen, warum ich überhaupt noch Suchmaschinenoptimierung anbiete, wenn ich selbst Google kaum noch nutze und glaube, dass sich das Suchverhalten künftig stärker zwischen KI-Programmen und Plattformen wie TikTok aufteilt.
Die Antwort: Trägheit der Masse.
Ich habe meinen Kundinnen und Kunden immer gesagt: „Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.“ Oft kamen Menschen zu mir und sagten: „Mir gefällt das auf der Webseite nicht, das hätte ich gern so.“ Meine Antwort: „Das können wir machen, aber wir sollten uns am Geschmack der breiten Masse orientieren – nicht nur an deinem persönlichen.“
Was ich gelernt habe: Webseiten lassen sich in ihrer Grundstruktur oft ähnlich aufbauen, aber Ansprache, Bildsprache, Highlights und Farben unterscheiden sich je nach Produkt oder Dienstleistung enorm. Ein privates Bankhaus benötigt eher gedeckte Farben, eine formelle Ansprache und wenige, klare Bilder. Eine Onlinebank wie N26 hingegen arbeitet mit hellen Farben, einer lockeren Ansprache und Lifestyle-Motiven, die Freiheit vermitteln – wie eine Cabriofahrt oder eine umarmende Familie vor dem Eigenheim.
Warum SEO weiterhin relevant bleibt
Lokale Handwerkerinnen und Handwerker oder Menschen in nicht-digitalen Berufen nutzen KI bisher kaum aktiv. Viele haben erst vor Kurzem begonnen, das Smartphone als Hilfsmittel einzusetzen. Und wenn große Tech-Unternehmen wie Google oder Meta (Facebook) einmal eine kritische Masse erreicht haben, dauert es Jahre – oft Jahrzehnte –, bis diese wieder abnimmt.
Facebook ist ein gutes Beispiel: Schon vor Jahren totgesagt, ist es heute zwar gealtert, bleibt aber dennoch eine ernstzunehmende Kommunikationsplattform. Genauso wird es mit Google sein. Ich glaube, es wird noch Jahrzehnte dauern, bis klassische Volltext-Suchmaschinen keine relevante Rolle mehr spielen.
Seriöse Suchmaschinenoptimierung bedeutet letztlich, Inhalte so aufzubereiten, dass sie für Nutzerinnen und Nutzer einen Mehrwert bieten. Wenn Google eine Seite weit oben platziert, weil sie eine Frage beantwortet oder ein Problem löst, werden KI-Algorithmen zu einer ähnlichen Entscheidung kommen. Deshalb optimiere ich heute nicht nur für Suchmaschinen, sondern auch für KI.
SEO im Zeitalter von KI – neue Chancen für die Produktsuche
Gerade im E-Commerce eröffnet das spannende Möglichkeiten. Wenn ich die Frage stelle: „Welchen Akkuschrauber sollte ich mir für ein Gartenprojekt kaufen?“ – und es gelingt, mein Produkt so zu platzieren, dass die KI genau diesen Akkuschrauber aus meinem Online-Shop empfiehlt –, habe ich fast einen sicheren Verkauf.
Ja, es wird schwieriger, Produkte und Dienstleistungen in dieser Form zu platzieren. Aber wenn sie einmal platziert sind, ist die Abschlusswahrscheinlichkeit deutlich höher. Deshalb ist es heute wichtiger denn je, Beschreibungen so zu gestalten, dass Suchmaschinen, KI und Menschen gleichermaßen überzeugt werden.
Fazit: Webseiten bleiben zentral im Marketingmix
Der Begriff „Suchmaschinenoptimierung“ wird sich vermutlich in den kommenden Jahren verändern. Die Optimierung von Webseiten und Inhalten bleibt jedoch essenziell, um Produkte und Dienstleistungen erfolgreich zu positionieren.
Solange man über ChatGPT und andere KI-Programme keine Produkte direkt kaufen kann, bleibt die Webseite für mich das Nonplusultra im Marketingmix. Sie ist nicht nur Verkaufsplattform, sondern auch ein zentrales Element in der Markenbildung und prägt maßgeblich das Bild nach außen – unabhängig davon, ob die Besucherinnen und Besucher über Google, Social Media oder KI darauf stoßen.
Wenn du dieselbe Sichtweise teilst, eine andere Meinung hast oder darüber diskutieren möchtest: Lass uns bei einem Cappuccino zusammensetzen oder digital verabreden.

